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| Abschnitt |
von |
nach |
Kurs |
Wind (Bft) |
Wind | Wolken |
| 1 | Oggau | Podersdorf | 60 | 2-3 | NW | keine |
| 2 | Podersdorf | Purbach | 330 | 2 | NW | keine |
| 3 | Purbach | Breitenbrunn | 20 | 1 | NW | keine |
| 4 | Breitenbrunn | Neusiedl | 75 | 2-3 | SO | leicht bew. |
| 5 | Neusiedl | Podersdorf | 210 | 1 | SO | leicht bew. |
| 6 | Podersdorf | Oggau | 240 | 3-4 | NW | bewölkt |
Wir kamen am 14.
Juni 2001 gegen 17.30 am Boot an. Zunächst brachten wir alle
Taschen, den Proviant, Bier und Wein an Board. Ein Ratsch hier und
ein Hallo da, ohne dies geht es in der Oggauer Segelergemeinschaft
nicht.
Es stellte sich die Frage, segeln wir heute noch los
oder übernachten wir im Heimathafen? Wenn wir lossegeln, könnten wir
ja auf jedenfall noch nach Rust kommen.
Da klopft es, und Otto fragt
uns ob den unser Elias wieder funktioniere. Der Elias ist unser
Autopilot und der geht leider noch nicht. Nachdem Otto ja jetzt
Radsteuerung auf seiner neuen Bavaria 31 hat, paßt natürlich sein
Autopilot bei uns nicht. Doch er hat noch seinen alten, auch einen
ST1000, um mal die Anschlüsse zu prüfen. Aber! Auch dieser
funktionierte nicht. Strom hatten wir geprüft, alles paßt - was nun?
Wir kontrollierten die Leitungen und fanden eine oxidierte
Sicherung. Die wieder saubergemacht, und der Elias war wiederbelebt.
Jetzt war es schon 18.30 und nach solch erfolgreicher Arbeit mußten
wir erst mal einen Manöverschluck nehmen. Danach verstauten wir
unsere Sachen, jedes Jahr hat man mehr: GPS, Notebook, 2 Palm,
digitale Kamera, und natürlich jeder sein Handy.
Bis alles
untergebracht war, entschieden wir uns im Hafen zu übernachten und
noch ein paar Dinge an Bord zu erledigen. So haben wir noch ein neues
Radio eingebaut und ein neues Fall eingezogen.
Dazu haben wir aus
einem Brett einen Bootsmannsstuhl gebastelt und Rolf hat mich dann
am Großfall hochgezogen, so daß ich das Schnürl in der Salling
einfädeln konnte.
Gegen 21.00Uhr kam Otto und fragt ob wir nicht auf
ein Glaserl Wein rüber kommen. Klar, zu einem Schluck Wein auf einer
Bavaria 31konnten wir nicht nein sagen. Kurz nach 24.00 Uhr
verabschiedeten wir uns und gingen in unsere Kojen.


Freitag 15. Juni 2001. Die Nacht war ruhig und um 06.00 Uhr
beim Aufstehen war kein Wind. Wir kochten uns Kaffe dazu gab es
Knäckebrot und Wurst.Um 08.45 legten wir ab.
Zwei Ziele hatten wir
uns für die nächsten Tage vorgenommen, das eine, Anlegen bei Karin
und Robert im Yachtclub Breitenbrunn, das andere endlich mal nach
Purbach segeln. Um 09.00 Uhr verließen wir den Oggauer Kanal.
Bei
strahlend blauem Himmel blies der Wind aus Nordwest mit 2 Bft. Wir
segelten Kurs 90° Podersdorf/Süd und wendeten um 10.00 Uhr vor der
Roßtränke. Neuer Kurs Purbach/Kanal. Der Wind blies gleichmäßig, es
war angenehm warm und der Elias verrichtete seine Arbeit.




Kurz vor Purbach verließ uns der Wind. Mit einer schwachen
Brise und unter Hilfe des Motors erreichten wir um 12.00 Uhr die
Kanaleinfahrt von Purbach.
Aber was war das? Wir stecken im Schlamm!
Vor der Einfahrt ist ein Wall aus Schlamm und nur knappe 80cm
Wassertiefe. Mit voller Motorkraft pflügen wir uns über den etwa 50
Meter langen Schlammwall hinweg. Der Kanal selbst ist dann ungefähr
1,40 Meter tief. Um 13.00 Uhr legen wir in der Lagune in Purbach an.
Aber Vorsicht, in 8 Meter Höhe ragen einige Äste auf den See und da
hat man sich schnell mal die Windmeßanlage ramponiert. Bei der
Bootsvermietung stoßen wir auf unsere erste Landung in Purbach von
See aus an.
Um 14.00 Uhr legen wir in Purbach wieder ab und nach 45
Minuten unter Motor durch den Kanal sind wir wieder auf See und
segeln Kurs Breitenbrunn Yachtclub. Per Handy melden wir uns bei
Robert Tretenhahn an und bestellen schon mal eine Melange. Um 15.30
legen wir auf der Südseite des YCBB-Gästesteg an.
Im
Restaurant des Yachtclub Breitenbrunn melden wir uns bei Karin und
Robert, den Pächtern, an. Unsere Fauen melden sich telefonisch, sie
sind mit dem Auto auf der Rückfahrt vom Outlet-Center Pandorf
Richtung Neufeld unterwegs, und besuchen uns in Breitenbrunn.
Während wir den Kaffee und den Blick von der Terasse über den See
genießen, dreht der Wind von Nordwest auf Ost und wir verlegen unser
Boot.
Wir diskutieren, wo wir heute nacht zum Schlafen anlegen, und
kommen zum Entschluß den Gemeindehafen Breitenbrunn mal
auszuprobieren. Nachdem wir unsere Damen zum Auto begleitet haben,
gehen wir im Campingbüro vorbei. Frau K..., die Chefin vom
Campingplatz und Hafenmeisterin weißt uns den Platz 298 zu und dort
ist auch ein Stromanschluß. Für den Strom benötigt man Münzen, eine
Münze kostet 20 Schilling und hält fünf Stunden.
Wir segeln dann vom
Yachtclub zum Gemeindesteg. der Platz 298 ist sehr nahe am Ufer,
aber wir staunen den die Zufahrt ist ca 1,20 Meter tief. Nur in die
Box kommen wir leider nur zu Hälfte hinein und stecken wiedermal
fest. Alles zurück und wir nehmen den Platz nebenan. Na Gott sei
Dank die Wassertiefe paßt. Wir schließen den Strom an und faulenzen.
Um 19.00 machen wir uns für den Landgang fertig. Die Duschen
befinden sich im gleichen Gebäude wie das Campingbüro und für 10
Schilling gibt es 4 Minuten heißes Wasser. Hier möchte ich erwähnen,
daß die Sanitären Anlagen sehr sauber sind. Um 20.00 sitzen wir
wieder bei Karin und Robert in der Kantine des YCBB. Nach einem
gemeinsamen Bier und Marille mit Robert sitzen wir auf der Terasse
und essen Jägerhackbraten. "Sharky" das Essen war echt Spitze. Als
Dessert gibt es hausgemachten Apfel-Mohn-Strudel, na was soll ich
sagen, super. Und dazu die hinter dem Leithagebirge untergehende
Abendsonne, der ruhige See vor uns, ein toller Abend. Um 22.00 Uhr
ist Zapfenstreich und wir liegen in den Kojen.



Die Nacht ist unruhig, durch den Ostwind schlagen die Wellen ans Heck, das Großfall schlägt am Mast an. Ich gehe zum ersten mal raus. Wieder in der Koje klappert das Ruder - ich wieder raus, lege das Ruder anders fest. Kaum eingeschlafen, weckt mich ein surrendes Geräusch, nein keine Gelse, das Surren kommt von draussen - ich wieder raus, stelle fest: das ist der Mast, und nebenbei hat der Wind aufgefrischt. Was kann das sein? Ich kontrolliere alle Wanten, immer noch surrt es im Mast. Vorstag, Achterstag alles fest. Der Mast surrt. Beim vierten Aufstehen hab ich es dann gefunden, es war die Dirk. Es ist jetzt 0.30 und auch ich komme endlich zum Schlafen. Rolf hat nichts gehört.
Samstag 16. Juni
2001. Wir wachen um 06.00 auf, der Wetterdienst meldet für das
Nordburgenland nochmal einen schönen Tag. Am Abend ist mit Gewittern
zu rechnen. Nach der Morgentoilette, ( für den Elektrorasierer fanden wir nirgends Strom und die
Naßrasierer waren alle kaputt), machten wir uns Frühstück. Um 08.00
meldetet wir uns im Campingbüro ab und segelten Richtung Neusiedl.
Beim Passieren des YCBB winkten wir nochmal dem Robert der gerade die
Flaggen hießte. Mit einem dreier Wind segelten wir nach Neusiedl,
blauer Himmel vereinzelt ein paar Wolken. In Neusiedl vor dem Union
Yachtclub wendeten wir und segelten Kurs Weiden. Leider verlies uns
wiedermal der Wind. Vorbei an Weiden kam auf Höhe der Bauminsel
(=Liebesinsel) der Wind aus Nordwest zurück. Wir nahmen Kurs
Podersdorfer Leuchtturm.
Wir legen auf der
Nordseite am Leuchtturm an, Wassertiefe ca. 90 cm, aber was noch
schlechter ist, wo soll man hier seine Festmacher am Ufer belegen?
Liebe Podersdorfer, wollt ihr keine Gäste? Nun an Fahrradständer und
Laterne festgemacht gehen wir in Podersdorf Eis essen. Rolf ißt
Joguhrt mit Erdbeeren, ich bestelle Erdbeeren mit Vanilleeis,
bekomme aber auch noch Schlag dazu.
Per Handy reservieren wir in
Rust, im Ruster Hof, bei Famile Mooslechner einen Tisch für Sonntag,
zum Törnabschluß.


Auf der Westseite ziehen am Himmel schwarze Wolken auf. Wir
zahlen, gehen zurück zum Boot. Ich wollte noch die Bilder von der
Digitalen Kamera auf das Notebook spielen, aber irgendwie läuft's nicht, und so legen wir erstmal ab. Ein Blick auf die Uhr, wir
notieren fürs Logbuch Uhr 14.00. Rolf legt Kurs 240°, Oggau, an. Ich
bastle am Notebook und nach einiger Zeit sind auch alle Bilder
überspielt. Es ist stark bewölkt und der Wind frischt in Böen bis
auf 5 Bft auf. Elias steuert, Rolf und ich machen Klar Schiff. Rolf
die Plicht, ich das Vordeck. Was Wasser, Schwamm und Bürste doch
bewirken können. Unser Schiff ist ja richtig weiß.
Um 15.30
erreichen wir die Kanaleinfahrt nach Oggau, wir bergen die Segel und
motoren durch den Kanal in den Hafen. Wir schaffen es gerade noch um
15.45 in die Box und fest zu machen. Der Hunger meldet
sich.Plichttisch aufbauen, Tisch decken, Salami aufschneiden, Bier
öffnen, endlich Brotzeit.
Ach so, das Wetter, das hat sich so
schnell wie es kam auch wieder verzogen. Blauer Himmel, typisch See.
Nach der ausgiebigen Jause, spielen wir am Palm und auf dem
Notebook. Nachdem für Sonntag nun entgültig schlechtes Wetter
gemeldet ist, beschließen wir nach Hause, nach Neufeld, zu fahren.
Am Sonntag war es dann auch wirklich regnerisch und kühl. Erst
am Abend kam die Sonne wieder durch. Wir fuhren mit dem Auto nach
Rust, machten einen Stadtrundgang und schlemmten dann im Ruster Hof
bei ausgesuchten Weinen nach einem Glas Holunder-Sekt,
Schwammerlrostbraten, Filetsteck und zum Schluß Dreierlei von der
Holunderblüte. Liebe Familie Mooslechner von dieser Stelle viele
Grüße an Sie und Ihr Team.

Lieber Rolf vielen Dank für diese schönen Segeltage, wir werden sicher im nächsten Jahr wieder die Veränderungen auf unserem Segelrevier suchen, vielleicht mal mit zwei Booten. Liebe Leser, wir werden dann wieder von unserm Törn berichten. Vielleicht teilt ihr uns auch mal eure Eindrücke mit? Für das nächste Jahr haben wir schon den Termin festgelegt.
Mast- und Schotbruch
Christian
Maurer
maurer@cms-maurer.de
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