Revierinfo Sardinien

Allgemeine Informationen über Sardinien gibt es genug im Internet (wir fügen eine Linksammlung ein). Hier beschränken wir uns nach einigen Kurzinformationen auf unsere derzeitigen persönlichen Erfahrungen, die sich vor allem mit den Winterliegemöglichkeiten beschäftigen.

Häfen:

Ganz Sardinien ist mit einer Kette von Häfen umgeben, die immer nur einen Tagestörn voneinander entfernt liegen. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten sind jetzt alle ausgebaut und im Sommer schon überbelegt und werden deshalb noch weiter verändert.Link Hafeninfos

Preise (12 m – Schiff):

Hochsaison ist Juli und August. Dann kann man an der Westküste mit Tagespreisen um 35 € rechnen, an der Costa Smeralda (Ostküste) werden Preise bis über 100 € verlangt. Es ist aber fast immer auch möglich zu ankern oder Stadthäfen anzulaufen, die wesentlich billiger sind.
In den Monaten vor Juli und nach August fallen die Preise rapide und man ist oft wirklich allein unterwegs. Das Wetter ist im Herbst noch angenehm warm (weit über 20°) – für uns eigentlich die schönste Zeit. Tagesliegeplätze in den Marinas liegen zwischen 10 und 20 € oder sind an den Stadtkais auch umsonst.

Anreise:

Es gibt vier Flughäfen auf Sardinien: Alghero, Olbia, Tortoli und Cagliari. Am besten und billigsten von der Mitte Europas und als einziger fast täglich zu erreichen ist Alghero (Fertilia). Die Flugpreise sind unschlagbar und teilweise (abhängig vom Flugzeitpunkt) für unter 50 € vom Flughafen Frankfurt/Hahn bei Ryanair oder anderen Gesellschaften zu buchen.

Winterliegeplätze:

In der Region Alghero (Provinz Sassari) im Nordwesten sind drei Marinas als Winterliegeplatz zu empfehlen:

Fertilia:

Da wir des Öfteren zum Boot fahren wollen, um daran zu arbeiten, oder auch im Winter von diesem Standort aus die Insel erkunden, haben wir uns für Fertilia entschieden. Der Preis für 8 Monate (September bis Ende April) liegt bei 1200 €. Der Flughafen ist nur ca. 5km entfernt, genau wie die schöne Stadt Alghero. Auch im Winter ist diese Stadt nicht ausgestorben, sondern erfüllt mit (untouristischem) Leben. Im Winter fliegt Ryanair besonders preiswert.
In der Marina haben wir einen alten Mercedes zur Verfügung, um damit Besorgungen zu machen. Wir müssen, wenn wir ihn zu einem bestimmten Zeitpunkt ganz dringend brauchen, nur einen Zettel hinein zu legen. Die dann noch anwesenden Boatpeople ohne eigenes Auto richten sich dann danach und fahren einen auch schon mal damit zum Flughafen. Bequem in 5 Minuten zu Fuß ist Fertilia zu erreichen, ein kleiner Ort mit einem Supermarkt und mehreren kleinen Kneipen. Nicht mehr touristisch in der Nachsaison (wir glauben auch nicht in der Hauptsaison), aber nicht ausgestorben und interessant genug, um mit Einheimischen in näheren Kontakt zu kommen.
Die Marina hat mehrere Kranlifte, um auch Schiffe über 30 t aus dem Wasser zu heben. Bei einem 12m-Schiff bezahlt man für raus, 10 Tage an Land mit der Möglichkeit, selbst am Schiff zu arbeiten, und wieder rein, etwas über 400 €. Die Sanitäranlage besteht allerdings nur aus einem Container mit jeweils einer Toilette und einer Dusche für Frauen und Männer. Das Umfeld ist ein kleiner Werftbetrieb. In der Umgebung gibt es alles zu kaufen, was fürs Boot und auch sonst benötigt wird.

Porto Conte:

Die zweite Alternative in der Nähe vom Flughafen ist Porto Conte, landschaftlich schöner gelegen mit privater Atmosphäre, aber auch ein bisschen abseits und auch bestimmt ein bisschen schwelliger. Hier werden für 10 Monate (September bis Ende Juni) 1400 € verlangt. Es gibt keine Kranmöglichkeit (und auch kein Auto). Allerdings kann man auch preiswert mit dem Bus den Flughafen und Alghero erreichen.

Castelsardo:

Die dritte preiswerte Möglichkeit ist Castelsardo im Norden. Hier soll der Liegeplatz noch preiswerter sein. Die Busfahrt (ca. 75km) kostet ca. 3 € zum Flughafen und wohl auch nach Alghero. Die Stadt ist sehr schön, allerdings im Winter nicht mehr so dekorativ wie im Sommer. Die Liegeplätze an Schwimmstegen entsprechen normalem guten Standart sowie auch die Sanitäranlagen. Nähere Erfahrungen liegen uns noch nicht vor.

Einige weitere Revierinformationen:

In Alghero kann man nicht länger am neuen Kai über Nacht liegen. Diesen haben einige größere Fischerboote in Beschlag genommen. Als Alternative kann man umsonst bis zu 3 Tagen direkt an der Stadtmauer neben den Plätzen der Küstenpolizei liegen. Je nach Aufkommen längsseits (2 Plätze) oder mit Bug- oder Heckanker. Mit Service-Inanspruchnahme (Strom und Wasser) kosten auch diese Plätze allerdings 25 €.

In Stintino (weiter im Norden) werden direkt hinter der Mole neue Liegeplätze errichtet. Die Schwimmstege sind komplett, es gibt aber weder Strom noch Wasser noch Sanitäranlagen oder Zufahrten. Einige einheimische Boote haben sich an Moorings festgemacht. Wir lagen umsonst längsseits am Steg. Mit ein bisschen Turnerei ist der Ort in 5 Minuten zu erreichen.

Links zu Sardinien:

umfassende Link-Sammlung über Sardinien
einige zusätzliche seglerische Ergänzungen