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Dieselpest - was ist das denn?

Mikroorganismen können sich in Treibstofftanks vermehren, wenn sich Wasser in den  Tanks befindet, das sich, da es schwerer als Diesel ist, am  Boden ablagert. Gelangen eingeschleppte Pilze oder Bakterien an die Grenzschicht zwischen  Diesel und Wasser, finden sie ideale Lebensbedingungen vor. Zahlreiche  Mikroorganismen ernähren sich vom Treibstoff (was für das Meer ja auch ein Segen ist!) , brauchen jedoch Wasser, da sie nur dort leben können.Wärme beschleunigt die Vermehrung der Mikroben, daher ist  verseuchter Diesel eher ein Problem des Mittelmeeres als eines der Nordmeere.

Neben dem Verstopfungsproblem geht von den Mikroben noch eine Gefahr aus durch ein Stoffwechselprodukt der Bakterien, aggressiven  Schwefelwasserstoff, der  die Motorteile (vor allem die aus Aluminium) angreift und auf die Dauer  zerstört. Diesel , der mit Wasser und Mikroben verseucht ist, wird trübe und ist als Treibstoff kaum noch brauchbar. Im Laufe des Wachstums der Mikroorganismen  bilden sich zähflüssige Produkte, die sich in Leitungen und Filtern festsetzen. Meist setzen sich die Mikroben an den Tankwänden fest. Leerfahren (oder Auspumpen) des  Tanks nutzt darum nichts. Wenn gegen diesen Keimbelag nichts unternommen wird von dort immer wieder eine Verseuchung ausgehen.

Was können Sie tun?
Sauberen Sprit gibt es nicht überall. Zur Vorbeugung bieten sich drei Möglichkeiten an:
1. Vorfilter mit Wasserabscheider in der Brennstoffleitung (womöglich mit Schauglas, um eventuelle          Verunreinigungen gleich optisch wahrnehmen zu können).

2. Häufig den Bodensumpf aus dem Tank abpumpen (aber bitte nicht über Bord!).

3. Beim Tanken einen Zusatz von Bioziden beimischen. Bei einem 150-Liter-Tank reicht bereits ein 1/8-Liter Additiv als Vorbeugung. Nehmen  Sie ein paar Flaschen Additiv mit auf den Törn in Gegenden, wo verseuchter Diesel  häufig verkauft wird.   Aber Vorsicht! Biozide sind giftig! Gehen Sie verantwortungsvoll damit um, verwahren Sie diese Produkte nicht in der Umgebung von Putz- oder gar Lebensmitteln und lassen Sie keine Kinder drankommen! Auch diese Stoffe sind in größeren Mengen eine Gefahr für marine Ökosysteme und dürfen keinesfalls unverbrannt ins Wasser gelangen. Es ist bei den meisten Chemikalien ungeklärt, wie sich die biologischen Abbauprodukte später im Ökosystem verhalten.         

 Produkte:
GrotaMar 71 von SCHÜLKE & MAYR GMBH Special Additives International D-22840 Norderstedt . Mit diesem Mittel ist eine Behandlung bereits befallener Tanks,  beziehungsweise eine Vorbeugung möglich. 0,5 l reichen für die Sanierung von  500 Liter Diesel oder für die vorbeugende Anwendung bei 2.500 l Diesel. GrotaMar 71 ist als einziges Mittel auch für die Sanierung bereits befallener Tanksysteme geeignet. Zum Produkt GrotaMar 71 liegen uns folgende Hinweise des Herstellers vor:" GrotaMar 71 ist frei von organischen Chlorverbindungen, so daß keine AOX-Belastung im (Ab-)Wasser auftritt. GrotaMar 71 ist frei von organischen Lösemitteln. GrotaMar 71 ist gemäß 19. Bundes-Immissionsschutzgesetz zugelassen, welches Chlor- und Bromverbindungen als Kraftstoffzusatz verbietet. Sollte GrotaMar 71 versehentlich ins Wasser gelangen gilt, daß GrotaMar 71 schnell und vollständig biologisch abbaubar ist."

Diesel-Additiv DK plus

Diesel plus von Yachticon  Tel.:040-5113780              

Bio Guard Fuel Microbiocide (USA), das speziell für die Bekämpfung von Bakterien in Dieseltanks entwickelt worden ist, und gegen Schleim, Pilze und Korrosionsbildung wirken soll.

Diesel Guard Marine Diesel Additiv, ein gegen allgemeine Probleme von  Dieselmotoren entwickelter Zusatz. Diesel Guard soll Schlammbildung und Filterverstopfung vorbeugen, Einspritzdüsen schmieren, Wasser binden und dadurch Korrosion verhindern.

Diesel Fuel Water Absorber von der Firma Starbrite (USA). Ein wasserabsorbierendes Mittel, das dem Wachstum von Mikroben und der Korrosion im Brennstoffsystem vorbeugt. 0,5 Liter reichen für 1.000 Liter Diesel. Dieses Mittel dürfte für nördliche Meere ausreichen, wenn der Tank wasserfrei gehalten wird.

Eine interessante physikalische Methode ohne Gifte,

die dafür sorgen soll, daß der Kraftstofffilter nicht durch Mikroorganismen verstopft werden kann, wird von der Firma Schmitter angeboten. Es handelt sich um ein kleines Gerät mit extra starken Permanentmagneten, durch das der Kraftstoff geleitet wird bevor er den Filter erreicht. Das Gerät hat in Tests gezeigt, daß durch Algen, Pilze und Bakterien entstandene Verunreinigungen so fein zerkleinert werden, daß sie anstandslos den Filter passieren und im Motor verbrennen. Damit bleibt man dann wenigstens nicht mit verstopftem Treibstoff-System auf hoher See liegen... Wegen der Gefahr der Korrosion durch schweflige Säure sollte aber trotzdem auf wasserfreien Sprit geachtet werden.

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